Gian-Marchet®-Geschosse. Die neue Definition weidgerechten Jagens!

Anatomie des Rehbocks


Nun die wichtigste Frage eines jeden Jägers ist: Wie kann ich einem Stück Wild einen sauberen Treffer antragen? Welche Treffer sind absolut tödlich? Mit welchen Problemen muss ich rechnen, wenn ich das Stück nicht sauber getroffen habe? Voraussetzung des Jägers diesbezüglich ist das räumliche Vorstellungsvermögen, wie das Stück Wild aussieht.  

Die Grundfrage heisst: Ist die DJV-Scheibe Reh überhaupt korrekt für den waidmännischen Treffer und ist diese Scheibe überhaupt noch zeitgemäss?

DJV-Scheibe - Copyright © by DJV. Zu bestellen bei www.Triebel-Shop.com


Die nachfolgende Graphik soll aufzeigen, welche Treffer eigentlich sinnvoll sind.

Skelett - Copyright © by Reh

Jetzt wird es interessant. Wenn man die Anatomie der Skelett-Graphik ansieht und die Organe in der Kammer ansieht, so sollte man darauf achten, den Treffer ins Herz und/oder auf die Aorta zu setzen. Ziel dabei ist es, einen sofort tödlichen Treffer zu plazieren, ohne dabei allzu grosse Entwertung zu verursachen. Dabei spielt auch die Geschosswahl eine ausserordentlich grosse Rolle. Denn das Geschoss soll soviel Zerstörung wie nötig verursachen - aber so wenig wie möglich. Diese Balance zu erreichen, ist Aufgabe der Geschossentwickler!


Diese nachfolgende Graphik soll aufzeigen, welche Treffer eigentlich sinnvoll sind.

Front- und Rückseite Rehbock - Copyright © by Pirsch 2009

Bei dieser Graphik sieht man sehr gut, welche Bereiche des Stückes getroffen werden müssen. Der rote Bereich ist das Herz. Der blaue Bereich kennzeichnet die Lunge. Und genau im roten und blauen Bereich sollte der Treffer gesetzt werden.


Die Einteilung der von Hand gezeichneten Bock-Scheibe zeigt auf, welche Treffer zum sofortigen Verenden des Stückes zwingen. Dabei wurde die hier gezeigte Einteilung auf die Anatomie des Reh-Bocks Rücksicht genommen. Damit der Jäger nun korrekterweise die richtige Punktzahl seiner Treffer ermitteln kann, muss er folgendermassen vorgehen.

Anatomie des Rehbocks... Zeichnung Copyright © by Jachen-Fadri Filli

Die Auswertung der jagdlichen Treffer auf ein Stück Wild wird in drei Schritten vollzogen:

1. Schritt - Einschuss:
Mit Hilfe der Schablone wird der Einschuss ermittelt und die Punktzahl festgehalten.

2. Schritt - Ausschuss:
Danach wird mit Hilfe der Schablone der Ausschuss ermittelt und auch hier wird die Punktzahl festgehalten. Wenn man keinen Ausschuss hat, so wird der Wert NULL gesetzt!

3. Schritt - Ermitteln des inneren Treffers:
Nun wird eine Linie zwischen den zwei Treffern gezeichnet. Die hälfte dieser Linie kennzeichnet dann den inneren Treffer. Dort zeichnen wir das Mittel auf die Schablone und halten die Punktzahl fest.

Maximale Punktzahl:
Ziel ist es, die maximale Punktzahl von 30 Punkten zu erreichen. Wenn der Reh-Bock nämlich wirklich breit steht, so sind alle drei Treffer auf der 10 gesetzt. Das heisst: Einschuss, Ausschuss sowie ermittelter Treffer auf der Schablone im Zentrum des Stückes Wild sind perfekt gesetzt. Das würde das ermittelte Ergebnis von 30 Punkten ergeben (10 + 10 + 10).

Wenn angenommen der Bock relativ spitz von vorne beschossen wurde, so würde der Einschuss auf den vorderen Bereich des Bockes auf die 8 sein, damit das Geschoss das Herz (welche 10 Punkte ergeben) trifft. Das Geschoss wird danach in einer geraden Schussbahn auf der gegenüberliegenden Seite wiederum auf die 8 austreten. Das würde das ermittelte Ergebnis von 26 Punkten ergeben (8 + 10 + 8).

Ziel ist es, die Kammer (rot eingezeichnete Fläche) zu treffen, und NICHT das Zwerchfell (grün eingefärbte Fläche) zu verletzen. Solche Schüsse sollen vermieden werden, da einerseits das kostbare Wildpret verunreinigt wird (Spinat). Andererseits sind Treffer hinter das Zwerchfell mit 0 (in Worten NULL) Punkten zu bewerten.

Beispiel:

Beim Schuss von Jäger Manfred stand der Bock nach links schauend, auf ca. 100 Meter Distanz und ca. 20 Höhen-Meter oberhalb von Jäger Manfred. Also wurde der Treffer auf den vorderen Brust-Bereich gesetzt, so auf die 9. Der Einschuss ist mit einem roten X auf dem Bild der Bock-Scheibe gekennzeichnet. Da jetzt Jäger Manfred in diesem Falle den Bock von Unten und von leicht spitz von Vorne beschossen hat, ist der Ausschuss auf der rechten oberen Seite ausgetreten (ein rotes O).

Auswertung der Treffer gemäss Zeichnung Anatomie des Rehbocks... Zeichnung Copyright © by Jachen-Fadri Filli

Berechnung der Punktzahl:
Der Einschuss (mit X gekennzeichnet) wird mit 9 Punkten gewertet, der Ausschuss (mit O gekennzeichnet) wird mit 8 Punkten bewertet. Der ermittelte innere Treffer (mit ° gekennzeichnet) zeigt 10 Punkte an. Somit ergibt sich total 27 Punkte.

Fazit:
In diesem Falle hat der besonnene Jäger zumindest korrekt geziehlt. Er hat das räumliche Volumen des Stückes berücksichtigt und hat den Einschuss so gewählt, dass der innere Treffer in die 10er Wertung gesetzt wurde. Der Ausschuss ist zwar zwangsläufig höher und tritt knapp unterhalb der Wirbelsäule (8 Punkte) wieder heraus.

Wichtig für eine sehr hohe Punktzahl beim erlegten Stück Wild ist: Das Stück Wild muss breit stehen! Nur so kann die maximale Punktzahl von 30 Punkten erreicht werden. Nur so kann wertvolles Wildpret gewonnen werden. Und nur so kann ein absolut sofort erlösender Treffer angetragen werden, ohne dass es zu Komplikationen und zu langen Nachsuchen kommt.

Fragen:
Wieviel Zerstörung des guten Wildprets ist nötig, um das Stück Wild sofort tödlich am Platz zu bannen?

Wo genau muss der waidmännische Jäger treffen, damit dies geschieht?

Wie schräg darf das Stück Wild maximal stehen, damit der waidmännische Jäger KEINEN Spinat produziert, d.h. den Pansen nicht zerfetzt und deswegen wertvolles Wildpret verunreinigt?

Mögliche Antwort:
"Visualisiere einen Ball der die Lunge und das Herz umfasst in den Wildkörper und nimm Dir vor, den Ball immer in der Mitte zu durchschiessen, dann kann man auch aus anderen Winkeln, als nur breit von der Seite schiessen. Das ist auch bei Schüssen von oben auf kurze Distanzen sehr hilfreich." Dieses Zitat stammt von Byron Ferguson, Bogenschütze und Jäger.


Tabelle der Treffer und der Bewertung und Beurteilung.

Treffer Bewertung Beurteilung
Kammertreffer 10 Dieser Treffer ist hinsichtlich Wirkung und Wildpret-Verlust der beste Treffer . Hier geht am wenigsten Wildpret verloren und das Stück wird sofort am Platz gebannt oder zumindest ist die Fluchtstrecke ist minimal. Wenn sogar die Aorta getroffen wird, so sackt das Stück sofort zusammen.
Kammertreffer 9 Auch dieser Treffer ist hinsichtlich Wirkung und Wildpret-Verlust sehr gut .  
Vorderer Brustbereich 8 Dieser Treffer ist nur dann gut, wenn das Stück spitz von Vorne beschossen werden musste. Normalerweise sollte man solche Treffer spitz von Vorne vermeiden! Es ist besser zu warten, bis das Stück wirklich breit steht.
Hinters Blatt 8 Dieser Treffer ist nur dann gut, wenn das Stück von hinten beschossen werden musste. So wird zumindest gewährleistet, dass der innere Treffer zumindest im Herz/Aorta-Bereich kommt. Ansonsten sollten solche Treffer unterlassen werden. Die Gefahr, das Zwerchfell und den Pansen zu verletzen sind zu gross.
hoch Blatt vorne 7 Dieser Treffer ist nicht gut weil dabei der vordere Teil der Wirbelsäule zerschossen wird. Dabei entstehen Knochensplitter, die im ganzen Wildpret verteilt werden.
hoch Blatt 6 Dieser Treffer ist schlecht weil dabei der Schulterblatt-Knochen sowie die Wirbelsäule zerschossen werden. Dabei entstehen Knochensplitter, die verteilt im ganzen Wildpret sich wieder finden können. Wenn zusätzlich ein bleihaltiges Geschoss verwendet wurde, dann finden sich auch noch Bleisplitter überall im Wildpret. Bilder von Bleisplittern gibt es hier. Dieser Treffer bricht zwar fast sicher die Wirbelsäule, entwertet aber in jedem Falle auch viel teures Wildbret direkt, möglicherweise noch mehr durch Hämatome.
hoch hinters Blatt 5 Dieser Treffer zerstört quasi das beste Stück Wildpret, nämlich die sogenannten "Filets". Solche Treffer sind unbedingt zu vermeiden. Dieser Treffer führt zwar zur Immobilisierung des Stücks durch Wirbelsäulenbruch, trotzdem sollte niemand dahin schießen.
Träger 5 Kunstschüsse auf Wild haben nichts verloren. Die Wahrscheinlichkeit, die Wirbelsäule zu treffen ist gering da diese wenige Zentimeter breit sind. Drosselschüsse verursachen in den meisten Fällen lange Nachsuchen mit grossem Leid für das Stück Wild. Ausserdem sind diese Treffer nichts für weite Schüsse. Bei geeignetem Kaliber zwar tödlich durch Brechen der Wirbelsäule, aber trotzdem ein risikobehafteter Schuss. Sollte nicht zu Ausbildungszwecken verwendet werden. Außerdem könnte es dabei heftige Hämatome im fast besten Wildbret geben, nämlich den Koteletts.
hinter das Zwerchfell 0 Sämtliche Treffer hinter das Zwerchfell (grün markierte Fläche) sind sehr schlecht. Der Pansen wird zerfetzt und der gesamte Panseninhalt wird verteilt. Verunreinigung des kostbaren Wildprets ist unvermeidlich, sodass das Stück nicht verwertbar ist.
Vorderer Laufschuss 0 Auch diese Treffer sind katastrophal weil das Wild unnötig leiden muss. Zudem kommt es zu komplizierten Nachsuchen bis hin zu Verhitzen des Stückes.
Keulen 0 Ein Treffer in die Keule verursacht grosses Leid. Weiter hinzu kommt die Vernichtung von kostbarem Wildpret.
sämtliche Treffer im grünen Bereich 0 Alle Treffer im grünen Bereich der Bock-Scheibe sind einerseits unwaidmännisch (Pansen, Gescheide etc..), andererseits sind diese Treffer nicht sofort tödlich und verursachen lange bis sehr lange Nachsuchen, bis hin zu verludertem Wild! Zudem wird das kostbare Wildpret mit Panseninhalt verunreinigt, dass das Stück verworfen werden muss.
sämtliche Treffer im weissen Bereich 0 Abschliessend noch sämtlichen übrigen Treffer im weissen Bereich der Bock-Scheibe sind einerseits unwaidmännisch (Kopftreffer), andererseits sind diese Treffer nicht sofort tödlich und verursachen lange bis sehr lange Nachsuchen, bis hin zu verludertem Wild! 



Fazit:
Treffen ist das beste Kaliber!
Treffen am richtigen Ort ergibt das beste Wildpret!



Verantwortungsvoll - wirkungsvoll - bleifrei jagen: Gian-Marchet®-Geschosse.

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Konzept: Gian-Marchet
Datum letzte Änderung: 03.07.2010 23:25:21