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Gian-Marchet®-Geschosse.
Die neue Definition weidgerechten
Jagens! |
WAFFEN WILDI, Zofingen präsentierte einen
interessanten
Informationsabend im
Gasthof zum Schützen in
Aarau. Seminar: Bleifreie
Jagdgeschosse!
Folgende Fragen wurden erläutert und
diskutiert: Was genau sind bleifreie Geschosse? Wo sind die
Unterschiede zu den Bleigeschossen? Wie verhalten sie sich im
jagdlichen Einsatz? Welche Vorteile bieten sie?
Bleifreie
Jagdgeschosse
Die beiden hochkarätigen Referenten
haben die neuen
bleifreien Geschosse vorgestellt.
| Wann: |
Freitag, 17. Februar
2006 |
| Wo: |
Gasthof zum Schützen Schachenallee 39 CH-5000 Aarau Tel. 062 823 01 24 |
| Programm: |
19:00
Uhr Begrüssung 19:15 Uhr Abendessen 20:15
Uhr Referate |
Nach anfänglicher Skepsis, ob dieses Thema die Jägerschaft
überhaupt interessieren würden, wurden die Organisatoren dieses Seminares sehr
positiv überrascht. Nach anfänglichen zögerlichen Anmeldungen kam
gegen Ende der Woche noch soviele Anmeldungen, dass der Saal
wesentlich vergrössert werden musste. Nahezu 100
interessierte Jäger, aus Graubünden, St. Gallen, Aarau bis hin
nach Fribourg, alle Anwesenden interessierte dieses Thema
sehr.
Labor-Bedingungen: Anfänglich hielt Peter Grieder (bekannt
als Peter
Pulver ) sein
Referat über die Thematik der wichtigsten Trefferzonen des
Wildes. Dabei veranschaulichte er mit beeindruckenden Bildern und
Graphiken, wo das Stück Wild mit der Büchse getroffen werden sollte.
Danach zeigte er verschiedene Geschosse von verschiedenen Herstellern.
Hier zeigte er 4-cm-Gelatine-Beschüsse, welche er in seinem Labor für
Ballistik unternimmt. Die Annahme Peter Grieders, dass ein halbes
Reh (Decke, halbe Lunge und ganzes Herz) mittels
Gelatine-Simulanzien von 4cm definiert werden kann, wird von den
Munitionsherstellern kritisiert. Die Homogenität dieses Beschusses
unterstreicht er auch. Nun kommen wir zum Kaliber 10,3x60R:
Fabrikat Blaser/SM Teilmantel Spitz
Diese Werte wurden im Labor für Ballistik
durchgeführt. Man sieht, dass beim einfachen
Teilmantel-Spitz-Geschoss von Blaser in ballistische Gelatine von 4 cm Dicke bei einer Ziel-Geschwindigkeit von 636 m/s (Bild links) lediglich
der vordere Teil der Bleispitze abgeplattet ist.
In Realität wäre ein halbes Reh auf einer Distanz
von 50 m getroffen worden. Hier ist von Deformation nichts zu
sehen. Das Bild rechts zeigt das Ergebnis, wenn das
Geschoss bei einer Mündungsgeschwindigkeit von 698 m/s durch die oben
erwähnte 4 cm dicke ballistische Gelatine durchschlagen hat. Peter
Grieder spricht hier von "Vollmantel- bzw. Bolzeneffekt auf hohem
Querschnittslevel" Daraus schliesst sich für mich der Logik entsprechend
die nächste Frage an: Wie sieht dieses Geschoss
dann bei einer V-Ziel von 100 m Distanz, welche dann 598
m/s bedeutet, aus? Da ein solcher Test noch nicht veröffentlicht
wurde, nehme ich an, dass lediglich die Geschoss-Spitze
eine kleine Delle aufweisen wird. Soviel zum 4
cm-Gelatine-Beschuss...
Nun ist es einerseits wichtig, dass gewisse
Tests unter Laborbedingungen unternommen werden. Ganz wichtig
scheint mir auch, dass diese Tests immer gleich durchgeführt werden.
Da heisst, das immerwährend gleiche Set-Up des Beschusses, die gleiche
Gelatine-Mixtur, bei gleicher Temperatur gelagert, danach mittels
4,5 mm starker Stahl-Kugel kalibriert, damit keine
Abweichungen in den Bewertungen auftreten können. So können
verlässliche Vergleiche von Geschoss-Konstruktionen vorgenommen
werden. An einer Fachtagung
im Januar 2005 in Helsinki wurde das Set-Up und die Kalibrierung
von ballistische Gelatine diskutiert und definiert. Ich denke,
dass sämtliche ballistischen Labors europaweit und weltweit zielballistische
Tests nach einer einheitlichen Regelung und
Vorgehensweise durchführen sollten.
Jagdliche
Bedingungen: Anschliessend
wurde dieses Referat präsentiert. Hierbei stellte der Geschoss-Entwickler das Gian-Marchet®-Geschoss im Kaliber 10,3x60R vor.
Denn der Bündner Jäger hat eine Kaliber-Vorschrift, welche besagt, dass
das Kaliber mindestens 10,2 mm sein muss. Fazit daraus: Der Kanton
Graubünden hat grundsätzlich kein Kaliberproblem,
sondern...
Der Kanton Graubünden hat
ein Munitionsproblem !!!!
Vergleicht man nun
aber die geborgenen einfachen Teilmantel-Spitz-Geschosse während
der ordentlichen Bündner Jagd, so sieht man unweigerlich,
dass grosse Diskrepanzen zwischen Labor und zwischen Realität
auftreten. Nachfolgend ein repräsentatives Beispiel eines geborgenen
Geschosses von Wild, welches auf 60 m Distanz hinters
Blatt getroffen wurde und geborgen werden konnte:
 Dieses Geschoss wurde
während des Jagdbetriebes geborgen. Es hat keinen Ausschuss
verursacht. Weitere Bilder von Geschossen, welche einen Aufpilzungs-Durchmesser
von mehr als 20 mm aufweisen, dabei noch lediglich zwischen 6
bis 8 Gramm Geschoss-Restgewicht (von den anfänglich
16,5 Gramm) verfügen, beweisen auch, dass bei solchen
sehr geringen Querschnittswerten einfach kein Ausschuss möglich ist. Nun wird
sich natürlich der praxisorientierte Jäger fragen! Was soll ich als Jäger
glauben? Diese Frage soll sich jeder Jäger selbst stellen und zu
beantworten versuchen.
Andererseits ist es auch wichtig,
mit dem Geschoss auf Wild zu weidwerken. Hierbei sind die standardisierten
Fragen von den
gewissenhaften Gian-Marchet-Jägern sorgfältig ausgefüllt und
beantwortet worden. Mit fast allen Jägern habe ich nachträglich
telefonischen Kontakt gehabt. Und so bin ich zu weiteren
Informationen gekommen, welche mir das Bild der jeweiligen
Abschuss-Berichte vervollständigen.

Während des Vortrages wurden einerseits
die ballistischen Werte der Gian-Marchet®-Munition vorgestellt und
andererseits die statistischen
Auswertungen des Jagdbetriebes 2004/2005 im Kanton
Graubünden präsentiert und ausgewertet. Dabei wurden verschiedene Grafiken
gezeigt, welche die Wirkungsweise nach dem Schuss, die Schusszeichen
und weitere Grafiken veranschaulicht. Hier ist der Link
zu dieser Präsentation
Es gibt nichts, was es auf der Jagd nicht gibt...
Dies ist ein Satz eines Jägers aus Savognin.
Abschliessend kann gesagt
werden...
Es führt
kein Weg an die Bleifreien Jagdgeschosse vorbei !
Die Zukunft wird es
zeigen...
Konzept: Gian-Marchet Datum letzte Änderung: 28.07.2009 22:50:32
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